Seit 2011 steht der Kappelrodeck-Waldulmer Silvesterlauf unter dem Motto der Lebenshilfe „Wir sind eins“. Was als sportliches Jahresausklang-Ereignis begann, ist längst zu einer herzlichen Tradition gelebter Solidarität geworden: Jedes Jahr laufen über tausend Teilnehmerinnen und Teilnehmer zugunsten der Lebenshilfe Baden-Baden – Bühl – Achern e.V. Organisiert wird die Veranstaltung durch die Gemeindeverwaltung in Zusammenarbeit mit dem Turnverein:„Das Kappelrodeck-typische Miteinander von Haupt- und Ehrenamt eben, aus dem so viel Gutes entsteht.“, beschreibt Bürgermeister Stefan Hattenbach. Großzügige und treue Sponsoren unterstützen mit Verpflegung und Präsenten, und viele Läuferinnen und Läufer geben darüber hinaus eine freiwillige Spende, die eins zu eins weitergereicht wird.

Wie tragfähig und freundschaftlich dieses Miteinander ist, zeigte sich erneut bei der diesjährigen Spendenübergabe im Illenau Arkaden Bistro – einer Einrichtung der Lebenshilfe. Eine Delegation des Organisationsteams mit Vertreterinnen und Vertretern des Turnvereins, der Gemeindeverwaltung, des Deutschen Roten Kreuzes überbrachte eine stolze Spendensumme von 6.350 Euro an die Lebenshilfe. Es ist eine Summe in noch nie dagewesener Höhe. „Unser Silvesterlauf ist offenkundig kein Auslaufmodell, sondern ein Dauerläufer, der regelmäßig neue Rekorde bricht.“, so Bürgermeister Stefan Hattenbach, der das Event initiiert hatte, das nun schon zum 14. Mal durchgeführt wurde und regionale Strahlkraft entwickelt hat: Verein, Firmen und Cliquen aus der gesamten Region gehören zu den regelmäßigen Teilnehmern. „Wer einmal dabei war und das spezielle Silvesterlauf-Gefühl erlebt hat, ist infiziert.“, so Stefan Hattenbach.

Ein Auftakt mit Signalwirkung

Klaus Muttach, Vorsitzender des Stiftungsbeirats der Lebenshilfe, nahm die Spende entgegen. Er erinnerte daran, dass die Lebenshilfe Baden-Baden/Bühl/Achern über 1.200 Menschen mit Behinderung jeden Alters sowie deren Angehörige begleitet, berät, fördert und unterstützt – mit dem Ziel, Inklusion und Teilhabe in allen Lebensbereichen zu verwirklichen. Zu diesem Angebot gehört auch die 1995 in Betrieb genommene Werkstatt in Achern, in der 100 Menschen mit Behinderung gemeinsam mit zehn Gruppenleiterinnen und Gruppenleitern ihren Arbeitsplatz haben. „Diese Beschäftigten haben keine Möglichkeit, auf dem ersten Arbeitsmarkt unterzukommen. Bei uns aber können sie zur wirtschaftlichen Wertschöpfung beitragen, ihre Fähigkeiten einbringen und durch ihre Arbeit ihr Selbstwertgefühl stärken“, so Muttach.

Um diese Arbeitsplätze langfristig zu erhalten, steht die Lebenshilfestiftung vor einer großen Aufgabe: Für die anstehende Sanierung der Acherner Werkstatt ist ein Investitionsvolumen von rund vier Millionen Euro veranschlagt. Die Stiftung möchte einen sechsstelligen Betrag über Spenden beisteuern. „Gerade in Zeiten, in denen die Ausgrenzung von Schwächeren zunimmt, ist die Spende vom Silvesterlauf in Waldulm ein wunderbarer Auftakt unserer Spendensammelaktion – ein großartiges Zeichen der Solidarität und des gesellschaftlichen Zusammenhalts“, betonte Muttach.

Einrichtungen zukunftsfähig machen

Auch Frank Breuninger, Vorsitzender der Lebenshilfe, machte die Bedeutung solcher Aktionen deutlich: Die Einrichtungen der Lebenshilfe stünden zunehmend wirtschaftlich unter Druck. „Spenden helfen uns, unsere Einrichtungen zukunftsfähig zu gestalten und Menschen mit Behinderung die Teilhabe an der Gesellschaft zu sichern“, so Breuninger.

Kirstin Keller von der Lebenshilfe Baden-Baden – Bühl – Achern hob die langjährige, vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Gemeinde Kappelrodeck hervor: „Wir schätzen das freundschaftliche Miteinander sehr.“ Beim Lauf 2025 waren über 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Lebenshilfe selbst am Start – „alle hatten sehr viel Spaß und wollen beim nächsten Mal wieder dabei sein“. Die Höhe der diesjährigen Spende sei, so Keller, „unglaublich!“. Ihr Dank gelte allen Läuferinnen und Läufern, die dazu beigetragen haben, dass eine so beeindruckende Summe zusammengekommen ist.

Mehr als ein Lauf

Bürgermeister Stefan Hattenbach würdigte das Engagement aller Beteiligten und lobte den Zusammenhalt, der den Silvesterlauf seit Jahren trägt. Die Aktion und die überwältigende Spendenbereitschaft seien ein wichtiges Gegengewicht zu Ellenbogenmentalitäten – und ein Beweis gelebter Solidarität mit den Schwächeren unserer Gesellschaft. Gerade in gesellschaftlich und wirtschaftlich herausfordernden Zeiten entfalten solche Spenden weit über ihren materiellen Wert hinaus eine wertvolle Signalwirkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts.

Der Kappelrodeck-Waldulmer Silvesterlauf zeigt einmal mehr: DRK, Freiwillige Feuerwehr, Turnverein, das Team aus Gemeindeverwaltung und Bauhof sowie zahlreiche ehrenamtliche Helferinnen und Helfer bringen Jahr für Jahr ihre Zeit, ihr Können und ihre Begeisterung ein. Daraus wird weit mehr als ein Laufevent – es wird ein sichtbares Zeichen dafür, dass Inklusion und ein echtes Miteinander in der Region gelebter Alltag sind.

Bildunterschrift: Vertreter der Gemeinde Kappelrodeck, des Turnverein Kappelrodeck sowie des DRK bei der Spenden-Übergabe an die Lebenshilfe die aus dem Kappelrodeck-Waldulmer Silvesterlauf 2025.

Von links vorne: Susanne Hasel, Klaus Muttach (Vorsitzender des Stiftungsbeirats der Lebenshilfe), Bürgermeister Stefan Hattenbach, Ortsvorsteher Johannes Börsig

  1. Reihe v. l.: Michael Huber, Jasmin Liebich, Hauptamtsleiter Martin Reichert
  2. Reihe v. l.: Tina Huber, Kristin Keller (Geschäftsführerin der Lebenshilfe)
  3. Reihe v. l.: Karin Hättig, Sandra Hodapp
  4. Reihe v. l.: Silke Panter und Frank Breuninger Vorsitzender der Lebenshilfe

            Foto: Lebenshilfe

Beitrag veröffentlicht am
11. Mai 2026

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